Verbrauch / Reise

Online-Flugbuchung: Preisfallen für Schweizer

Der angegebene Preis und der tatsächlich bezahlte Preis stimmen selten überein

Die EU-Verordnung 1008/2008 schreibt seit 2008 vor, dass Fluggesellschaften bereits zu Beginn der Buchung für Preistransparenz sorgen müssen. In der Praxis ändert sich der oben auf der Vergleichsseite angezeigte Preis jedoch oft noch vor der Bezahlung. Bei der Planung einer Reise aus der Schweiz entscheidet sich der Preisunterschied erst beim Bezahlen, nicht bereits beim Vergleichen.

Wie Preisvergleichsportale den angezeigten Preis berechnen

Skyscanner, Google Flights, Kayak oder die Websites der Fluggesellschaften sortieren die Flüge vom günstigsten zum teuersten. Dieses Anzeigemodell hat sich mit der zunehmenden Verbreitung von Online-Vergleichsportalen durchgesetzt, da sich die Buchung von Flugtickets vom Schalter ins Internet verlagert hat.

Der Preis, der ganz oben in der Liste erscheint, bezieht sich meist auf einen reinen Flug. Weder aufgegebenes Gepäck noch Sitzplatzauswahl noch Mahlzeiten sind darin enthalten. Diese Optionen kommen dann Bildschirm für Bildschirm hinzu, bis zur abschließenden Zusammenfassung.

Der EU-Verordnung 1008/2008 schreibt eine klare Information über Preise und Leistungen bereits zu Beginn des Kaufprozesses vor, einschließlich Handgepäck. In der Schweiz ist die'Bundesamt für Zivilluftfahrt wendet denselben Grundsatz auf alle Werbeanzeigen von Fluggesellschaften, Reiseveranstaltern oder Reisebüros im Inland an. In der Praxis kommt es nach wie vor häufig zu einer Differenz zwischen dem Lockvogelpreis und dem Endpreis.

Kosten, die vor der Restzahlung anfallen

Flughafengebühren, Kreditkartengebühren, Reiserücktrittsversicherung und Sitzplatzauswahl werden oft erst nach dem ersten Bildschirm hinzugefügt. Keiner dieser Posten ist im ursprünglich angezeigten Preis enthalten.

Die Westschweizer Verbraucherverband hat einen konkreten Fall auf der Strecke Genf–Brüssel mit Brussels Airlines dokumentiert. Ein Kombiticket für Hin- und Rückflug kostete 628 Franken. Die gleichen Flüge, separat für Hin- und Rückflug gebucht, kosteten insgesamt etwa 150 Franken, inklusive Steuern.

Die Differenz ist zum Teil auf die Tarifstruktur der Fluggesellschaften selbst zurückzuführen, nicht nur auf die Preisvergleichsportale. Die FRC weist zudem darauf hin, dass Flüge ab der Schweiz weiterhin von der Kerosinsteuer befreit sind, im Gegensatz zu anderen Verkehrsträgern, für die das Verursacherprinzip gilt.

Auf dem Handy sind die vorab angekreuzten Kästchen weniger leicht zu erkennen als auf einem Computerbildschirm. Der Buchungsvorgang läuft schnell ab, und ein standardmäßig angekreuztes Kästchen (Versicherung, zusätzliches Gepäck) bleibt oft bis zur endgültigen Bestätigung unbemerkt.

Warum Reisen aus der Schweiz oft teurer sind

Da die Schweiz kein Mitglied der Europäischen Union ist, unterliegt sie bestimmten europäischen Steuer- und Regulierungsvorschriften für den Luftverkehr nicht. Die Umrechnung von CHF in EUR führt zu einer zusätzlichen Variablen in Preisvergleichsportalen, die manchmal einen Referenzpreis in Euro anzeigen.

Die Zahl der in der Schweiz ansässigen Billigfluggesellschaften ist nach wie vor gering. EasyJet Switzerland, die größte unter ihnen, hat ihren Hauptsitz in Meyrin im Kanton Genf und verfügt über Betriebsstandorte in Genf und Basel-Mulhouse. Doch die'EuroAirport Basel-Mulhouse ist ein binationaler Flughafen in Frankreich. EasyJet bietet dort etwa 55% Flüge an.

Im Klartext: Ein Teil der günstigsten Low-Cost-Angebote für Flüge ab der Region Basel startet von einem technisch gesehen französischen Rollfeld. Zürich und Genf, zwei rein schweizerische Flughäfen, beherbergen eher traditionelle Fluggesellschaften, die strukturell teurer sind als Billigfluggesellschaften.

Dieses Ungleichgewicht erklärt zum Teil den festgestellten Preisunterschied zwischen einem Flug ab der Schweiz und demselben Flug, der von einem nur wenige Dutzend Kilometer entfernten Grenzflughafen aus startet.

weißes Passagierflugzeug

Vergleichen, ohne beim Bezahlen in die Falle zu tappen

Wenn Sie die standardmäßig ausgewählten Optionen deaktivieren, ändert sich die angezeigte Gesamtsumme sofort. Reiserücktrittsversicherung, aufgegebenes Gepäck oder Sitzplatzauswahl sind oft bereits vorab angekreuzt und müssen vor der Bestätigung einzeln deaktiviert werden.

Wenn man den Gesamtpreis erst kurz vor der Bezahlung vergleicht – und nicht den angezeigten Preis auf der Suchergebnisseite –, erhält man ein zuverlässigeres Bild der tatsächlichen Kosten. Dieser Endpreis beinhaltet Steuern, Servicegebühren und die ausgewählten Optionen.

Wenn man vor dem Vergleich zweier Angebote die Gepäckbestimmungen überprüft, vermeidet man böse Überraschungen. Eine Billigfluggesellschaft, die einen niedrigeren Tarif anbietet, berechnet für aufgegebenes Gepäck manchmal höhere Gebühren als eine herkömmliche Fluggesellschaft, bei der dieses automatisch im Preis inbegriffen ist.

Diese Methode hat eine klare Einschränkung. Bestimmte Gebühren, wie beispielsweise Bearbeitungsgebühren oder die Gruppenversicherung, werden erst nach der Kontoeröffnung oder ganz am Ende des Bezahlvorgangs angezeigt, wenn die Kreditkartendaten bereits eingegeben wurden.

Was Sie vor der Zahlung überprüfen sollten

  • Überprüfen Sie die Währung, in der die Preise angezeigt werden, bevor Sie zwei Websites vergleichen.
  • Prüfen Sie die Änderungs- und Rückerstattungsbedingungen, die je nach gewähltem Tarif oft unterschiedlich sind.
  • Prüfen Sie, ob bei einem Flug mit Zwischenstopp zwei verschiedene Fluggesellschaften beteiligt sind, da sich dadurch die Freigepäckmenge von einem Flugabschnitt zum nächsten ändern kann.
  • Bewahren Sie die Bestätigungs-E-Mail auf, bevor Sie den Zahlungsvorgang abschließen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Der oben im Preisvergleich angezeigte Preis bezieht sich meist auf einen reinen Flug, ohne die später hinzugefügten Optionen.
  • Ein Abflug von einem Schweizer Flughafen ist strukturell teurer als von einem Grenzflughafen, da es in der Schweiz nicht genügend Billigfluggesellschaften gibt.
  • Der Gesamtpreis, der unmittelbar vor der Bezahlung angezeigt wird, ist nach wie vor die zuverlässigste Angabe – nicht der Lockvogelpreis.
  • Bestimmte Gebühren werden erst ganz am Ende des Buchungsvorgangs angezeigt, nachdem ein Konto erstellt oder die Kreditkartendaten eingegeben wurden.

Was die Ticketpreise beeinflussen könnte

Der Rat der Europäischen Union hat am 5. Juni 2025 eine politische Einigung über die Reform der Fluggastrechte erzielt, die auch einen Abschnitt zur Tariftransparenz enthält. Der Text muss noch vom Europäischen Parlament verabschiedet werden. In der Schweiz hängt die Umsetzung von den bilateralen Luftverkehrsabkommen ab, die das Land mit der EU verbinden.